Aktuelles-Frauenunion

Die Frauenunion im Forstamt

 

 

Wir trafen uns im Gebäude des Forstamtes an der Steinmüllerallee 13 und wurden von Herrn Cescotti in Empfang genommen, der gerne bereit war uns ausführlich von den Aufgaben des Forstamtes berichten. 

Das Forstamt in Gummersbach verwaltet ein großes Gebiet(fast schon zu groß), nämlich das gesamte bergische Land und ist eines von 16 Regionalforstämtern. Hier arbeiten zwischen 60 und 70 Angestellte, allerdings nicht alle in Gummersbach, sondern die zuständigen Förster in ihren jeweiligen Außenposten. 

Die Aufgaben sind sowohl hoheitliche, als auch Beratung der Waldbesitzer zur Nutzung des Holzes, bei Schädlingsbekämpfung und Sturmschäden. Die schweren Stürme der letzten Monate haben unserem Wald großen Schaden zugefügt und als Folge verbreitet sich der ohnehin vorhandene Borkenkäfer, der kaum natürliche Feinde hat,rasend schnell. Die Schadholzmenge in Gummersbach belief sich auf 125.000 fm (Festmeter), davon sind bis jetzt 80.000 fm aufgearbeitet und verkauft. Allein 2018 wurden 54.000 Euro für die Wiederherstellung der Wirtschaftswege ausgegeben.

Studenten haben bei Forschungen für Abschlussarbeiten festgestellt, dass 98% der Borkenkäfer den Winter überlebt haben und 2019 wohl einen großen Teil unserer Wälder vernichten werden, ebenso wie der Klimawandel mit großer Trockenheit. Bodengeologische Gutachten ergaben bei einer Bodentiefe von 1,80m im Jahr 2018 normale Bodenfeuchte, für 2019 allerdings Dürre.

Durch die große Menge des angefallenen Schadholzes ist der Preis für Holz eingebrochen und nur noch schwer verkäuflich. Holzwirtschaftliche Betriebe verlieren viel Geld, das dann wiederum für die Aufforstung fehlt. Die Beantragung von Fördermittel ist bürokratisch und das Zeitfenster für die Aufforstung beträgt nur zwei Jahre, während eine 12jährige Kontrolle stattfindet mit Rückzahlungsverpflichtung bei Nichteinhaltung der Vorgaben. Für kleine Waldbesitzer ist dies kaum zu leisten. Hier wäre die Politik gefragt!

Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine angeregte Diskussion sowohl über das soeben Gehörte, als auch über Chancen für Frauen in dem „Männerberuf“ Forstwirt. Insgesamt war es eine informative und anregende Veranstaltung!

(Dorothee Voß)

Auf der ehemaligen Leppedeponie
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